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| Die
Gewässer der Insel gehören zu den fischreichsten in ganz Deutschland.
Dazu zählen hauptsächlich der Große und Kleine Jasmunder Bodden und die
Brackgewässer, die sich rund um die Insel in den Buchten befinden. Die
Verbindung zu der Ostsee und damit der regelmäßige Wasseraustausch sorgt
für ausreichend Sauerstoff und Pflanzenbildung. Somit sind die Nahrungsgrundlagen
und ideale Leichgründe für viele Fischarten vorhanden.
Immer beliebter wird
das Angeln an und auf der Ostsee. Früher, nur ein Privileg für auserwählte
Kader, besteht heute für jeden Angler die Möglichkeit auf der Ostsee
von einen Kutter aus zu angeln. |
Fischvorkommen |
Dorsch, selten auch Kabeljau genannt
Der Dorsch kommt hauptsächlich in der Ostsee
vor. Einige seltene Irrläufer sind auch schon den Fischer im Übergansbereich vom Bodden
zur Ostsee in die Netze gegangen.
Die beste Fangzeit für den Dorsch sind die Monate Januar-April und
September-Dezember
Überwiegend wird er vom Kutter aus gefangen, wobei das Brandungsangeln auch immer
beliebter wird. Die Fangmethoden sind vielfältig.
Vom Boot bzw. Kutter aus ist das Pilken die häufigste Methode. Je nach Seegang und
Wassertiefe werden 50-300gr. schwere Pilker in allen Farben verwendet. Die vormontierten
Beifänger bringen nicht immer den erwünschten Erfolg. Ich persönlich verwende nur noch
blanke Pilker mit höchstens einen Vorfänger (Twister in rot oder weiß, es sind nur zwei
Anbissstellen erlaubt). Fänge bis zu 30 Stück und einzelne Prachtexemplare bis 20Kg sind
möglich, aber nicht die Tagesordnung. Meistens liegt das Gewicht zwischen 1 und 4Kg wobei
man mit 5-10 Stück schon ganz zufrieden sein kann.
Wer ein Angeln vom Kutter plant sollte sich vorher unbedingt anmelden. Oftmals sind
die Plätze gerade an den Wochenenden weit im voraus ausgebucht. Wer die Möglichkeit hat
sollte mit mehreren Sportsfreunden zusammen einen Kutter schartern.
Wochentags sind die Kutter nicht ausgebucht und somit ist eine Preisverhandlung
immer möglich.
Normal kostet es für eine Person ca. 35 € (Früher 50 DM inklus. Erbseneintopf).
Der Nachteil ist, je nach Standort, oft die lange Fahrzeit zu den Fischgründen.
Manchmal 2-3 Stunden hin und auch wieder zurück. Was da von einen Angeltag zum angeln
übrig bleibt kann sich jeder selbst ausrechnen. Leider sind auch nicht alle
Kutterfrührer daran interessiert ihren Angelgästen die besten Fänge zu ermöglichen.
Hinzu kommt auch, dass die Kutter manchmal bis an ihre Grenzen besetzt werden und es
dadurch sehr eng wird.
Es besteht auch die Möglichkeit mit kleinen Booten, im Küstenbereich bei einer
Wassertiefe von 6-10m, auf Dorsch zu angeln.
Bevorzugte Gebiete sind hierbei die nördlich zur offenen See gelegenen Abschnitte
Natürlich sollte immer ein erfahrener Skipper mit an Bord sein. Schnell aufkommende Winde
und Seegang sind hier im Norden keine Seltenheit. Bei ablandigen Winden kann man sich bis
zur Windstärke 5 auf die See wagen. Dabei sind zuverlässige Motoren und Rettungsmittel
unbedingt erforderlich.
In der kalten Jahreszeit ist das Dorschangeln auch von Land aus möglich. In den
Abend- und Nachtstunden kommt der Dorsch zur
Nahrungsaufnahme ins flache Wasser. Mit
dem richtigen Angelgeschirr gelangt man mit weiten Würfen in seine Nahrungsbereiche. Als
Köder wird meistens der Wattwurm verwendet. Fetzenköder aus Hering und Tobs, bzw. mit
Tauwurmköder sind nicht so viel versprechend.
Bevorzugt werden hier auch wieder die nördlichen Bereiche. Die
Strände bei Lohme, Glowe, Juliusruh, Kap Arkona und Dranske bieten die besten
Voraussetzungen.
Das Brandungsangeln ist in der kalten Jahreszeit nur etwas für hart gesottene
Profis und nichts für Warmduscher.
Schnell schwinden die Vorstellungen über ein paar gemütliche Angelstunden. Eisige
Kälte, Dunkelheit und Einsamkeit zwingen einem schnell zur Aufgabe bevor überhaupt die
ersten Dorsche anbeißen konnten.
Meerforellen
und Lachs
Die Meerforellen bzw. Lachse sind in den
letzten Jahren nicht nur für einheimische Angler zu der beliebtesten Beute geworden.
Voraussetzung für den Fang dieser begehrten Fische ist die Kenntnis über die
Fanggebiete, Ausdauer, Glück und nicht zuletzt die richtige Angelausrüstung. Daher
besteht für Gelegenheitsangler die einfach auf blauen Dunst mit ihrer Rute losziehen kaum
die Gelegenheit auf Erfolg.
Der Bestand der Meerforellen hat sich in den letzten Jahren stabilisiert bzw.
verbessert.
Zurückzuführen sind die Bestände auf zählreiche Ausbrüche der Forellen aus den
Mastgehegen die unmittelbar vor der Küste Rügens gelagert waren. Die Wasserqualität in
der Ostsee hat sich sehr verbessert und somit auch zur Vermehrung der verwilderten
Forellen beigetragen.
Lachse werden von Anglern seltener gefangen. Den Fischern und vor allem den
Hobbyfischern die ihre Netze in unverschämter Länge vor der Küste aufstellen gelangt
hin und wieder mal ein Lachs ins Netz. Die Netze stehen meist nicht weit von Land weg,
sind schlecht gekennzeichnet, sperren durch ihre unwahrscheinliche Länge ganze
Küstenstreifen quer- und längsseits zur Küste ab. Dadurch wird das Angeln erheblich
erschwert. Da wo sich die Netze befinden hat kaum ein Fisch die Gelegenheit von einem Ende
zum anderen zu kommen. Den Angler, der so erwartungsvoll auf Forellenfang aus war, werden
somit seine letzten Hoffnungen auf Erfolg genommen. Wer es dennoch zwischen den Netzen
versucht sollte den vorgeschrieben Mindestabstand von 100m einhalten.
Günstiger ist es die Zeit nach einem Sturm auszunutzen
oder Gebiete aufzusuchen die von Fischern noch nicht so belagert wurden. Meistens sind es
Küstenstreifen die eine lange Anfahrt aus den Häfen fordern und wo die Hobbyfischer
keine Möglichkeit haben, ihre meist sehr kleinen Boote, zu den Fischgebieten über Land
zu befördern.
Gefangen werden Meerforellen in den nördlich bzw. östlich zur offenen See
gelegenen Küstenstreifen in unmittelbarer Landnähe.
Die beste Beißzeit sind die
Monate März und April. Zu dieser Zeit betragen die Wassertemperaturen ca. 4 - 8°C.
Daher ist es sehr empfehlenswert mit einer gut gepolsterten Neoprene-Wathose am Leibe im
Wasser zu Waten. Man kann natürlich auch von Land aus Angeln, doch die Chance die
Meerforelle in den Fischsack zu bekommen ist sehr gering wenn man nicht im Wasser steht
und einen praktischen Unterfangkescher bei sich hat.
In den späten Nachmittags- bzw. Abendstunden, bei leicht getrübten Wasser und
leicht bewegter See hat man die besten Chancen auf Erfolg.
Das richtige Angelgeschirr ist von großer Bedeutung. Spezielle Ruten für
den Forellenfang, die weite Würfe mit leichten, schlanken Spinnern garantieren (16 - 25
gr.), sind am besten geeignet. Die farbliche Gestaltung der Spinner ist vielfältig. Jeder
Angler schwört auf seine mit Erfolg gekrönten Spinner.
Wer das Glück eines Anbisses hatte sollte in jedem Fall diesen Abschnitt intensiv
weiter beangeln. Da wo eine Forelle ist sind meistens auch mehrere. Sie ziehen in kleinen
Schwärmen an der Küste entlang und verharren manchmal auch längere Zeit auf einer
Stelle.
Sollte das Angeln auf Meerforellen nicht so erfolgreich sein besteht auch die
Möglichkeit mit einen etwas schwereren Spinner über Den Grund auf Dorsch zu angeln.
Oftmals halten sich die Dorsche auch in Landnähe auf.
Gelegentlich sind auch Angler anzutreffen die es mit Fliegenfischen versuchen.
Erfolge sind mir bisher noch nicht bekannt geworden.
Flunder,
Scholle, Kliesche
Die Flunder kann fast überall um
Rügen geangelt werden. Dennoch gibt es wenige Angler die gezielt die Flunder beangeln.
Grund dafür ist, dass die meisten Exemplare nur sehr klein ausfallen und es daher nicht
besonders lohnenswert ist.
Die besten Gelegenheiten zum Flunderfang bietet der Große Jasmunder Bodden. Im Sommer
sind es nur kleine Einzelstücke, doch in den Herbstmonaten kann man an bestimmten
Stellen auch maßige und größere Mengen angeln. Die besten Möglichkeiten hat man wenn
man vom Boot aus in den tieferen Bereichen des Boddens angelt. Bei schlechtem Wetter
sollte man von Land aus angeln. Die kleine Mole in Martinshafen bietet dafür die besten
Vorraussetzungen.
Ostseehering
Der Hering ist nur zu bestimmten
Jahreszeiten vor der Küste Rügens bzw. in den Boddengewässern anzutreffen. In den
Monaten Februar bis Mai ist Hochsaison für die Heringsangler. Zu dieser Zeit zieht der
Frühjahrshering in großen Schwärmen in seine Leichreviere vor Rügens Küsten.
Im April ist das große Heringsangeln im Strelasund sehr beliebt und
verbreitet. Der Hering wandert von der Ostsee durch den Strelasund in die Boddengewässer
und wieder zurück. Der Rügendamm verbindet das Festland und die Insel Rügen an der
schmalsten Stelle. Hier zwängen sich die Heringsschwärme förmlich durch die Sundenge.
Daher kann man von der Brücke in 1-2 Stunden einen Wassereimer voll Hering gelandet
haben. Wenn er richtig "Dick" steht, sind bei einem Hol 3-5 Stück an der Angel
keine Seltenheit. Es gibt natürlich auch Zeiten in denen es sehr mager aussieht. Manchmal
vergehen dabei Stunden bis der nächste Schwarm vorbei zieht.
Das Angeln von der Brücke bringt natürlich auch einige Nachteile mit sich. Die
Angelfreunde stehen manchmal, besonders an den Wochenenden, sozusagen im Schulterschluss
auf der Brücke gezwängt. Bei Seitenwind gibt es daher auch jede Menge Tüdelkram unter
den Anglern.
Wer dem aus den Weg gehen möchte sollte sich Wochentags in aller Frühe vor
Sonnenaufgang einen Platz sichern. Dann gibt es auch noch keine Probleme mit einem
Pkw-Stellplatz. Wenn die Massen anströmen hat man seinen Eimer schon voll
und ist wieder verschwunden.
Wer mit einem Boot anreisst sollte sich vorher unbedingt mit den besonderen
Gegenbenheiten vertraut machen.
- Rettungsmittel sind nicht
vorgeschrieben aber unbedingt zu empfehlen.
- Das kurzwellige Schwappelwasser ist sehr tückisch und gefährlicher als es aussieht.
- Die Fahrrinne und besonders die Brückendurchfahrt muss unbedingt freigehalten
werden.
- Die beliebten leichten Angelboote, Typ "ANKA" sind schon bei leichten
Wind für den Strelasund total ungeeignet. (Wenn sie nicht richtig im Wind liegen kentern
sie sehr leicht)
- Die Wasserschutzpolizei und Fischereiaufsicht ist jeden Tag präsent.
Bootsunfälle auf dem Strelasund sind keine Seltenheit ! 14.04.2001 |
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Glück im Unglück -
hatten 4 Thüringer Gastangler! Keine Gewässerkenntnis, Boot zu klein, Windstärke 5-6, mit 2 Erw. und 2 Kindern besetzt. |
Möglichkeiten zum slippen gibt es im
Hafen von Altefähr gegen Entrichtung eines Entgeldes.
In den Monaten Februar und März kann man auch schon Hering in grösseren Mengen
angeln. Zu dieser Zeit hat der Hering noch nicht abgeleicht und ist daher wesentlich
grösser und fetter als im April.
Dazu muss man aber mit einem Boot in die tieferen Gewässern fahren. Das Aufsuchen der
Heringsschwärme ist nur mit einem Fischfinder oder sehr viel Glück möglich.
Oftmals treffen die Hochseeangler beim Angeln auf Dorsch auf Heringsschwärme und nutzen
die Gelegenheit neben Dorsch auch noch Hering zu angeln
Hornhecht
Der
Hornhecht ist einer der beliebtesten Fangobjekte in den Frühjahrsmonaten. Sein
Aufenthalt vor Rügens Küste ist nicht von langer Dauer. Er kommt aus dem
Mittelmeer und besucht unsere Region nur zur Fortpflanzung. Sein
Zahlreiches erscheinen in den flacheren Gewässern und die sich daraus ergebenen
leichten Fangmethoden machten den Fisch sehr preiswert. Nach der Zubereitung ist
er dem Aal im Aussehen und Geschmack sehr ähnlich. Somit wurde er im
Volksmund auch Arbeiteraal genannt, weil er für die arme Bevölkerung immer
erschwinglich war.
Der Hornhecht ist ein wahrer Kämpfer unter den Fischen. Es ist immer wieder ein
Freude, ihn im Drill zu besiegen. Man kann ihn mit Spinnern oder auch mit
Fetzenködern aus Hering an den Haken bekommen. Die langen schmalen Spinner
sollten höchstens 30 g wiegen, die farbliche Gestaltung ist individuell. Man
kann sich nicht auf eine Farbe festsetzen. Wenn er heute auf blaue Spinner gut
gebissen hat, kann es morgen schon wieder ganz anders sein. Am besten viele
verschiedene Farben mit sich führen und ausprobieren.
Da der Hornhecht sich in Landnähe in einer Tiefe von 1 - 3m aufhält ist es auch
möglich ihn durch Watangeln zu fangen. Er ist bei ruhigem Wasser sehr oft an
der Wasseroberfläche auszumachen. Mit gezielten Würfen in diese Richtung, den
Spinner in eine Tiefe von 0,5 - 1,0 m führen, ist man schnell erfolgreich.
Tagesfänge von 30-50 Stück sind keine Seltenheit. Doch jeder sollte sich vor
dem Angeln eine Grenze setzen. Durch den hervorragenden Angelspaß ist man sehr
schnell dazu verleitet, mehr zu fangen als für den Eigenbedarf nötig ist.
Durch den Fang mit Fetzenködern hat man nicht so viele Fehlbisse wie beim
spinnen. Manche Tage ist man mit Fetzenködern auch viel erfolgreicher. Wer von
weit anreißt sollte in jedem Fall für beide Fangmethoden vorbereitet sein.
Heringsfetzen sind am besten zum Angeln geeignet. Es ist bei einigen Anglern zu
sehen, dass der zuerst gefangene Hornhecht zu Köderfetzen verarbeitet wird. Nach
meiner Erfahrung ist Kannibalismus unter den Hornfischen nicht sehr verbreitet
und daher das Angeln mit deren Fetzen auch nicht so erfolgversprechend.
Die Saison kann je nach Witterung schon Mitte April beginnen und sich dann bis
Mitte Juni hinziehen. Die Hochsaison für das Hornfischangeln ist immer der Monat
Mai.
Die Gewässer im Süden und Südosten von Rügen sind am besten zum Angeln
geeignet. Durch Gründung des Biosphärenreservates Süd-Ost-Rügen sind wir
Angler in unseren Möglichkeiten auf Hornfisch zu angeln sehr beschnitten
worden. Nun beschränken sich unsere Möglichkeiten nur noch auf wenige
freigebliebene Reviere wie z.B. Stresow, Lauterbach oder Neukamp. Weitere
gute Fangmöglichkeiten bestehen an der nördlichen Ostseeküste und im
Strelasund.
Es geht bald weiter!

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